Engagement im Mittelstand

zurück

Mittelstand zeigt soziales Engagement

Zehn Milliarden Euro geben Unternehmen jährlich fürs Gemeinwohl aus

Unternehmen bauen soziales Engagement aus

Kleine Unternehmen sind besonders aktiv

Hauptmotiv: Imagegewinn fürs Unternehmen und zielgerichtete Hilfe

Mitarbeiter ergreifen Initiative

Beispiel aus der Praxis

Mehr als 80 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen setzen sich aktiv für gesellschaftliche Belange ein und engagieren sich für das Gemeinwohl. Das bestätigt eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn aus dem Juli 2005. Das systematisch betriebene bürgerschaftliche und soziale Engagement von Unternehmen neudeutsch "Corporate Citizenship" genannt wird zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur. Der Beitrag, den kleine und mittlere Unternehmen im Bereich "Corporate Citizenship" leisten, ist beachtlich. Mit Geld- und Produktspenden, durch Überlassen von Unternehmensressourcen oder durch ehrenamtliches Engagement der Geschäftsführung und ihrer Mitarbeiter übernehmen immer mehr Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung.

Zehn Milliarden Euro geben Unternehmen jährlich fürs Gemeinwohl aus

Inhabergeführte Unternehmen in Deutschland geben jährlich rund zehn Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke aus. Dies ist das Ergebnis einer im Juli 2005 vom Sozialforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INMS) durchgeführten Umfrage unter 1000 Unternehmensinhabern. Die Befragung ergab, dass sich neun von zehn Unternehmen für die Gesellschaft engagieren. Größter Einzelposten sind mit 4,6 Milliarden Euro Geld- und Sachspenden. Ehrenamtliche Tätigkeiten der Unternehmer wie etwa für Ratsmandate oder in der Leitung regionaler Hilfsorganisationen bringen 3,1 Milliarden Euro aus. Rund 1,6 Milliarden Euro ergeben sich unter anderem aus Kooperationen mit dem Staat und eine Milliarde Euro als Ertrag aus Stiftungen.

Unternehmen bauen soziales Engagement aus

Rund 83 Prozent der befragten Unternehmer haben den Eindruck, dass sich der Staat auf kommunaler Ebene immer mehr aus der Verantwortung zurückzieht. Die Unternehmer springen ganz bewusst für den finanzschwachen Staat ein und verstärken trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage ihr soziales Engagement. Jedes vierte Unternehmen erhöhte seine Ausgaben im sozialen Bereich. 64 Prozent der Befragten hielten sie auf dem selben Niveau, zwölf Prozent kürzten die Ausgaben.

Kleine Unternehmen sind besonders aktiv

"Vor allem Chefs mittelständischer inhabergeführter Unternehmen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst", erläutert Tasso Enzweiler der Geschäftsführer der INMS. "Wir beobachten interessanterweise, dass sich kleinere Unternehmen, bezogen auf ihren Umsatz, stärker engagieren als die großen."
Nach den Konzernen hat auch der Mittelstand das soziale Engagement für sich entdeckt. Das soziale Engagement von mittelständischen Unternehmen hat in Deutschland eine vergleichsweise junge Tradition. Immer mehr Unternehmen engagieren sich als "gute Bürgerin" oder "guter Bürger" für das Gemeinwohl und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Dabei integrieren sie das gesellschaftliche Engagement in ihre Unternehmensstrategie und machen es zu einem festen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur. Beide Seiten, die Wirtschaft und das Gemeinwesen, gewinnen bei dieser Art des unternehmerischen Einsatzes.

Hauptmotiv: Imagegewinn fürs Unternehmen und zielgerichtete Hilfe

Als Hauptmotiv für ihr Engagement gaben 74 Prozent der Unternehmensinhaber den Imagegewinn für das eigene Unternehmen an. 73 Prozent nannten persönliches Engagement für bestimmte öffentliche Aufgaben. 72 Prozent der Befragten wollen ihre Kundenbeziehungen verbessern, 65 Prozent ihre Mitarbeiter motivieren.

Mitarbeiter ergreifen Initiative

In mittelständischen Unternehmen wird an Konzepten gearbeitet, sich über das Alltagsgeschäft hinaus zu engagieren. Dazu gehört, berichtet Klaus-Peter Gushorst, Deutschlandchef der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, dass nach amerikanischem Vorbild sich immer mehr Mitarbeiter sich aus Überzeugung bei sozialen Hilfsprojekten engagieren und dabei vom Chef unterstützt werden.

Beispiel aus der Praxis

Bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton ist ehrenamtliches Engagement Teil der Firmenkultur. Durch Pro-Bono-Projekte und Freiwillige unterstützt die Firma lokale Aktivitäten rund um den Globus. Darüber hinaus spendet Booz Allen Gelder an Non-Profit-Organisationen und Charity-Institutionen. 2003 waren mehr als 60 Prozent Mitarbeiter ehrenamtlich engagiert.

zurück

 NPIM 2006